Wo der Ärger unter den Tisch fallen darf

Shownotes

Mit Pastor Matthias Lemme

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00:00:07: Willkommen beim Sonntagspodcast der Kirchengemeinde Ottensen.

00:00:11: Zeit für unsere Sonntagstexte aus der Bibel!

00:00:14: Gnade reimt sich auf Marmelade, aber Marmeladekochen macht Arbeit sowie Gnader auch.

00:00:21: Gott macht sich die Arbeit gut dass die Tage gerade so lang sind.

00:00:26: Der Prophet Michael singt ein Lied auf harte Gottesarbeit.

00:00:31: Wer ist ein Gott wie du?

00:00:34: Fragt Micha, wer ist ein Gott wie du?

00:00:38: Darum geht's am dritten Sonntag nach Trinitatis hier in unserem Sonntags-Podcast für zu Hause oder unterwegs.

00:00:45: Schön dass Du dabei bist.

00:00:46: ich bin Pastor Matthias Lemme.

00:00:56: Beim Propheten Micha heißt es Wer isst ein Gott Wie Du?

00:01:01: Du vergibst die Sünde und erlässt die Schuld.

00:01:04: An deinem Zorn hältst Du nicht ewig fest!

00:01:07: Du hast gefallen an Gnade.

00:01:10: Du wirst Dich unser wiedererbahmen.

00:01:13: Unsere Schuld wirst du unter die Füße treten, unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen!

00:01:20: Du werst Jacob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen wie du es unseren Vätern vor Zeiten geschworen hast.

00:01:28: Wer ist ein Gott?

00:01:30: Wie du!

00:02:04: Du sitzt auf diesem Stuhl, auf dem du immer sitzt.

00:02:08: Du möchtest ruhig sein bist das aber nicht.

00:02:11: Aufgewühlt bist du, du spürst es im Körper auf den Schultern in der Bauchgegend.

00:02:16: Du atme es tief, aber dein Körper lässt sich nicht überlisten – die Unruhe sitzt in dir!

00:02:24: Da setzt ihr jemand einen Katzenbaby auf den Schoß.

00:02:28: Keine für vier Monate alt, weiß mit braunen und schwarzen Flecken.

00:02:33: Das Kleine gehent.

00:02:35: Kurz spürst du die kleinen Krallen in deinem Oberschenkel.

00:02:38: Es hat die Augen geschlossen fängt an zu schnurren.

00:02:42: Du fühlst den schnellen Puls.

00:02:44: Wärme schwappt auf dich über.

00:02:47: Stell dir das mal vor.

00:02:49: und wenn du eine Katzenhaar-Allergie hast, stell dir vor, du hättest keine!

00:02:53: Das Kätzchen fängt an zu schnurren.

00:02:56: So schnell kommst Du von deinem Stuhl jetzt nicht mehr weg.

00:02:59: Gut so denkst Du.

00:03:02: Das Ketzchen könnte Minka oder Freddy oder Mascha oder Benny heißen aber es heißt Gnade.

00:03:08: Gnader ist so ob Du das passend findest oder total daneben.

00:03:14: Vor einer halben Ewigkeit tut Micha was er kann.

00:03:17: Micha hat sich Gott verschrieben, Stellung auf Lebenszeit immer Wind von vorne.

00:03:23: Das Land ist übel dran.

00:03:24: ein Teil ist verloren gegangen an die Feine.

00:03:27: Die Leute sind verdruckst und haben ein schlechtes Gewissen.

00:03:30: Warum benehmt ihr euch wie die Axt im Wald fragt Micha?

00:03:34: Wieso trätet ihr aufeinander rum?

00:03:37: Kennt ihr nur den eigenen Vorteil?

00:03:39: warum ignoriert ihr Gott?

00:03:43: Herz geschrieben, was gut ist und was Gott von Euch braucht.

00:03:48: Wenn das so weitergeht ruft Micha seinen Leuten auf dem Marktplatz entgegen.

00:03:52: dann bleibt kein Stein hier auf dem anderen.

00:03:55: Was ihr tut?

00:03:56: Das ist doch nicht egal!

00:03:58: Das hat Folgen, dass wirkt und kommt immer irgendwie zurück zu Euch Und dann setzt er zu einer letzten Strophe an sein Glaubensbekenntnis Seine Hoffnung seine Zuversicht Ob die was bewirken kann als Lockruf?

00:04:18: Micha weiß es nicht, aber er glaubt fest daran.

00:04:22: Wer ist ein Gott wie du?

00:04:24: Du vergibst die Sünde und er lässt dich schuld.

00:04:27: An deinem Zorn hältst du nicht ewig fest!

00:04:30: Du hast gefallen an Gnade!

00:04:32: Du wirst dich unserer wiedererbarmen.

00:04:35: Unsere Schuld wirst du unter die Füße treten Unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.

00:04:42: Du wirst Jakob die Treue halten und Abram Gnade erweisen, wie du es unseren Väter vor Zeiten geschworen hast.

00:04:50: Wer ist ein Gott wie du?

00:04:56: Du sitzt auf deinem Stuhl, auf dem du immer sitzt und hasst die Gnader auf dein Schoß.

00:05:00: sie schnurrt, sie döst.

00:05:02: Sie hält den unruhigen Geistern in dir drinnen etwas entgegen.

00:05:08: Ein wenig Langmut und Missachtung.

00:05:11: Ab und zu blinzelt sie, dann will sie von dir gestreichelt werden.

00:05:19: Das Fenster ist angeklappt.

00:05:20: draußen die Stadt Die Autos Menschen mit Telefon Irgendwer hubt Hitze baut sich auf Der Postbote klappert an den Briefkästen herum Die Nachbarin oben hört Nachrichten.

00:05:33: Deine innere Unruhe hat viel mit Dir zu tun Mit dem was war Und mit den Fragezeichen die du nicht einfach in deinen Kaffee unterrühren kannst.

00:05:43: Deine Unruhe hat aber auch was mit da draußen zu tun, dieses Tempo.

00:05:47: Diese Gnadenlosigkeit überall also ob sich das Kettenkarussell immer schneller dreht.

00:05:52: die egomanischen Kriege in denen Menschenleben nichts mehr zählen Dieses dauernde Gerede von den Deals Die Verschärfung des Asylrechts Die gestrichenen Gelder für Demokratieförderungen und Klimaschutzmaßnahmen.

00:06:13: Warum bist du selbst nicht stärker, resilienter, kämpferischer?

00:06:18: Früher hast Du Bettlagen beschrieben.

00:06:21: Warst ganz vorne mit dabei.

00:06:22: heute Hast Du vor allem mit Dir selbst zu tun.

00:06:27: Das Kätzchen streckt sich Die Gnade hat Sitzfleisch.

00:06:32: Jetzt sitzt Du schon seit einer Stunde so.

00:06:35: die Gnader hatte sich bequem gemacht auf dir als ob sie was im Schilde führen würde ohne mit der Wimper zu zucken.

00:06:44: Vor einer halben Ewigkeit da hören ein paar Jugendliche diesem Micha zu.

00:06:49: Eigentlich hatten sie was anderes vor, aber dieser Micha hat Feuer und als Micha von Schuld und Zorn redet das Gott die Schuld unter die Füße treten und ins Meer versenken wird, da sagt die eine Das ist ja Schwerstarbeit.

00:07:03: Jo, sagt der andere Als ob Gott so richtig zornig ist über all den Mist in wir anzetteln Und trotzdem nicht hinschmeißt.

00:07:14: Sie malen sich das aus, wie Gott so enttäuscht ist und sich dermaßen ärgert.

00:07:19: Darüber dass wir, obwohl alles klar ist, so oft an der falschen Ecke abbiegen und die ganze Mist dann bearbeitet werden muss – weggeschafft mit den Händen, mit den Füßen ohne Rücksicht auf Verluste um ihn irgendwann wegzuwerfen, ihn mit Missbilligung zu strafen weil so viel Aufmerksamkeit hast du nicht

00:07:39: verdient.".

00:07:40: Und sie malen sich aus, wie Gott den ganzen Mistern unter dem Tisch fallen lässt.

00:07:44: Den Ärger darüber mit dazu und als kein Platz mehr unter dem Tisch ist alles ins Meer kippt damit es aus Herz und Augen verschwindet irgendwo in die Tiefe.

00:07:56: Aber die eine sagt dann aber im Meer da liegt die Schuld dann rum und wird immer mehr.

00:08:02: das ist ja auch nicht gut Dann nicken.

00:08:04: die anderen wissen aber auch nicht weiter.

00:08:08: Du sitzt auf deinem Stuhl, seit anderthalb Stunden schon.

00:08:11: Dein linker Fuß ist eingeschlafen.

00:08:14: Ob du jetzt wirklich aufstehst?

00:08:17: Aber du musst!

00:08:18: Also nimmst du die Gnade ganz sachte in deine Hände.

00:08:22: Ihre Wärme ist so beruhigend und stehst vorsichtig auf.

00:08:26: Du wirst das kleine Ding einfach im Arm behalten So lange es will.

00:08:32: Du läufst durch die Wohnung Du siehst aus dem Fenster.

00:08:36: Deine innere Unruhe ist noch da, aber sie ist kleiner geworden.

00:08:40: Vielleicht auch deshalb weil du dich um die pukkende Gnade auf deinem Arm kümmern musst – also nicht muss sondern willst!

00:08:47: Und dann staunst Du was so ein kleines Felknäuel vermag So viel mehr als Du selbst.

00:08:56: Die Schweizer Lyrikerin Christine Lavand hat eins gedichtet Ich höre mein Herz die Gnaden Gottes loben.

00:09:04: Das dringt wie Bellen mir durch Mark und Wir können uns nicht selbst vergeben.

00:09:11: Wir können aber damit anfangen, uns zueinander zuwenden herzlich und gegenseitig!

00:09:21: Und den Rest Gott hinhalten weil wer ist ein Gott wie du?

00:09:38: Bleibt behütet und tragt euer Licht in die Welt.

00:09:42: Gott segne euch und bewahre euch an Körper Geist und Seele auf das es gut werde.

00:09:48: Amen.

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